Luftaufnahme vom Kapellplatz Altötting.

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Freitag, 14. Februar 2025

Spatenstich und feierliches Gelöbnis

Liebe Altöttinger,

in dieser Woche hatte ich buchstäblich häufiger kalte Füße. Geschuldet war dies mehreren Außenterminen: So durfte ich mit einem symbolischen Spatenstich die Erweiterung unseres Feuerwehrhauses eröffnen. Es werden insgesamt 15 Meter angebaut – dringend notwendig, denn schon seit Oktober 2023 ist dort ein Wechselladerfahrzeug untergebracht, für das nun ausreichend Platz geschaffen wird.

Ein Ereignis, das mir erneut ins Bewusstsein rief, dass Sicherheit keinesfalls selbstverständlich ist, war das feierliche Gelöbnis der Gebirgsjägerbataillone in Waging: Zum ersten Mal durfte ich daran teilhaben, als 272 Rekruten ihren Fahneneid leisteten und sich damit zur Verteidigung unseres Staates bekannten. Doch was macht einen Staat aus? Seine Grenzen? Sein Volk? Für mich ist es seine Verfassung, unser Grundgesetz. Allen voran stellt es die Würde des Menschen. Und diese steht für mich auch bei Schutzsuchenden im Mittelpunkt, kommt doch jeder als Mensch.

Mit Füßen getreten wurde die Menschenwürde im Rahmen eines Ereignisses, an das wir uns am 28. April erinnern: Vor 80 Jahren haben die Nationalsozialisten sieben Altöttinger ermordet, die unsere Heimatstadt vor der Zerstörung bewahren wollten. Am Jahrestag werden wir eine Skulptur enthüllen, die daran erinnert. Diese fertigt Christian Pöllner, der am Mittwoch in der Stadtratssitzung seinen Entwurf vorgestellt hat. Er zeigt Umrisse von Personen, die am Boden liegen, weil sie von anderen vernichtet wurden. Eine Skulptur, die eine gigantische Symbolkraft aufweist: Sie erinnert an alle Schutzsuchenden und möchte uns wachrütteln in einer Zeit, in der demokratische Strukturen zunehmend an Stellenwert verlieren.

Herzlichst
Ihr

Stephan Antwerpen
Erster Bürgermeister

Stadt Altötting, Gelöbnis Gebirgsjägerbataillon in Waging, 2025, Foto: Stadt Altötting

Am 13. Februar fand in Waging das feierliche Gelöbnis der Gebirgsjägerbataillone statt.