Altötting
Stadt Altötting Herz Bayerns - Shrine of Europe

Kirchen in Altötting

 

Die Gnadenkapelle in Altötting

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Gnadenkapelle

Klein an Gestalt, aber groß an Geschichte und Bedeutung, beherrscht die Gnadenkapelle den weiträumigen Kapellplatz. Ihr Oktogon (achteckiger Turm), der Kernbau dieser Kirche, vermutlich um das Jahr 700 entstanden, dürfte der älteste Zentralbau Deutschlands sein. Der achteckige Grundriss der Gnadenkapelle weist auf die ursprüngliche Bestimmung als Taufkapelle hin. Der Legende nach hat hier der heilige Bischof Rupertus von Salzburg den ersten christlichen Bayernherzog getauft.

Um 1330 kam das in Burgund oder am Oberrhein entstandene, geschnitzte, ca. 70 cm hohe frühgotische Bild einer stehenden Muttergottes mit dem Kind hierher, das rund 150 Jahre später, im Jahre 1489, nach den Berichten von zwei Heilungswundern zum Wallfahrtsziel und Gnadenbild wurde.
Im frühen 16. Jahrhundert, wenige Jahre nach dem Beginn der Wallfahrt, wurden an das Oktogon das spätgotische Langhaus mit spitzem Dachreiter und der überdachte Umgang gebaut.

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silberne Herzurne

Ebenfalls in Wandnischen auf der Westseite des Oktogons stehen die silbernen Herzurnen bedeutender Persönlichkeiten aus dem Hause Wittelsbach, unter ihnen sämtliche Kurfürsten und Könige bis zu Ludwig III. Das eindrucksvollste Herz-Grabmal ist das des Wittelsbacher-Kaisers Karl VII., 1745 geschaffen vom Münchner Hofbildhauer Johann Baptist Straub.

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Votivtafeln

Der Umgang der Kapelle ist ausgekleidet mit rund 2.000 Votivtafeln aus mehreren Jahrhunderten. Sie sind zu unterscheiden von dem Zyklus der über 50 großformatigen "Mirakeltafeln", die etwa 1500 - 1520 von einem Maler aus dem Umkreis der "Donauschule" geschaffen wurden.

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schwarze Madonna

Bedeutende Kunstwerke sind der ganz in Silber getriebene, 1670 vollendete Schmuck des Gnadenaltars, dessen Retabel, in die der Schrein mit dem Gnadenbild einbezogen ist, die Krönung Mariens symbolisiert. Die Laibung der Altarnische ziert eine kunstvolle Darstellung der "Wurzel Jesse". Die Silberarbeiten stammen von den Goldschmieden Balthasar Ableithner, Franz Oxner und Johann F. Fesenmayr. Eine Silberschmiedearbeit von Weltrang ist der rechs am Altar kniende, 1737 von Kurfürst Karl Albrecht gestiftete "Silberprinz" des niederländischen Meisters Wilhelm de Groff, ein lebensgroßes Abbild des zehnjährigen Kurprinzen Max III. Joseph in zierlicher Rokoko- Rüstung.


Als Pendant kam links vom Altar in den 30er Jahren unseres Jahrhunderts die von dem Münchner Bildhauer Prof. Georg Busch geschaffene Silberfigur des knienden hl. Bruders Konrad hinzu. In Wandnischen werden zahlreiche silberne Votivgaben aus mehreren Jahrhunderten aufbewahrt.

Die Stiftspfarrkirche

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Stiftspfarrkirche

Südlich der Gnadenkapelle steht die zweitürmige gotische Stiftspfarrkirche St. Phillipp und Jakob, die in ihrer heutigen Gestalt zwischen 1499 und 1511 als letzte gotische Hallenkirche Süddeutschlands entstanden ist. Der Bau war schon zehn Jahre nach dem Beginn der Wallfahrt wegen des großen Pilgerstromes notwendig geworden. Baumeister waren Jörg Perger und Ulrich Häntler. Der heutige Bau ist zumindest der dritte an dieser Stelle. Ob zu Zeiten des agilolfingischen Herzoghofes hier schon eine Kirche bestand, ist ungewiss. Historisch gesichert ist die von König Karlmann 876 zusammen mit dem Chorherrenstift errichtete Pfalzbasilika, in der er drei Jahre später sein Grab fand. In unserer Zeit wurde das Königsgrab wiederentdeckt. Diese Basilika wurde im "Ungarnsturm" von 907 zerstört. An ihrer Stelle wurde 1228 die zweitürmige romanische Basilika des gleichzeitig durch Herzog Ludwig den Kelheimer wiedererrichteten Chorherrenstiftes erbaut. Der Bau der heutigen gotischen Kirche erfolgte ab 1499 unter Einbeziehung von Teilen der romanischen Basilika, von der unter anderem das "Westwerk" mit dem "romanischen Portal" erhalten geblieben ist.


Von der ursprünglichen gotischen Ausstattung dieser Kirche sind nur wenige, aber kostbare Kunstwerke auf unsere Zeit gekommen, vor allem die nach 1510 vom Bildhauer Matthias Kreniß kunstvoll geschnitzten Portale an der Nord- und Südseite (Südportal: Christi Geburt und Anbetung der Hl. Drei Könige; Nordportal: Maria und Ursula, die Kirchenpatrone Philippus und Jakobus, zwei Zyklen von Propheten und Kirchenvätern sowie eine Vielzahl symbolischer und allegorischer Bezüge auf die Jungfräulichkeit Mariens), sowie das eindrucksvolle überlebensgroße Kruzifix an der Nordwand des Presbyteriums, das wohl der Leinberger-Schule entstammt. Die übrige gotische Einrichtung, darunter alle Altäre und das Chorgestühl, ist einer klassizistischen Neuausstattung um 1790 zum Opfer gefallen. Aus dieser Zeit stammen der Hochaltar (Gemälde Johann Jakob Dorner, 1796) und die hinteren Seitenaltäre, sowie das Chorgestühl des Trostberger Bildhauers Benedikt Kapfer (Reliefmedaillons mit Szenen aus der Geschichte Altöttings). Die beiden vorderen Seitenaltäre (St. Nepomuk und St. Florian) sind gute Rokoko- Arbeiten des Landshuter Meisters Christian Jorhan (Aufbauten Josef Doppler).

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Schrankuhr

Ebenfalls der Zeit des Rokoko entstammt der prächtige Orgelprospekt, 1724 entworfen von dem Altöttinger Maler Johann Philipp Löderer. Eine populäre Sehenswürdigkeit ist die neben dem Nordportal stehende hohe Schrankuhr aus der Pestzeit mit dem "Tod von Eding". Südlich der Stiftskirche der gotische Kreuzgang mit teilweise erhaltenen Fresken, zahlreichen Grabsteinen von Stiftskanonikern aus drei Jahrhunderten und drei Kapellen. An der Südostecke eine sehenswerte Doppelkapelle: die "Tillykapelle" (ursprüngliche Pfarrkirche St. Peter) mit sehenswerten Glasmalereien aus dem 15.Jahrhundert, eine Tilly-Gedenkstätte und der Tilly-Gruft, im Obergeschoß die "Schmerzkapelle", die barocke Sebastianikapelle, 1670 erbaut von Domenico Zuccali (Altargruppe: "Pflege des hl. Sebastian" von Andreas Faistenberger, 1690). In der Nordwest-Ecke des Kreuzganges die neuzeitliche "Rast-Kapelle" mit Gedenkstätte für sieben Altöttinger Bürger, die in den letzten Kriegstagen am 28. April 1945 für ihre Heimatstadt starben.

Basilika St.Anna

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Der Aufschwung der Wallfahrt zu Beginn des 20. Jahrhunderts machte den Bau einer großen Wallfahrtskirche erforderlich. So entstand 1910-12 die St. Anna-Kirche, mit 83 Meter innerer Länge, 27,5 Meter Breite und 24 Meter Höhe die größte Kirche Altöttings. Über 8000 Menschen vermag dieses Gotteshaus zu fassen. Initiator des Baues war der damalige Guardian von St. Konrad, P. Josef Anton Keßler. Architekt Johannes Schott plante den Bau im Stil des Neobarock oder Historismus. Am 13. Oktober 1912 wurde die Kirche geweiht. 1913 erhob sie Papst Pius X. in den Rang einer päpstlichen Basilika. Im Äußeren und Inneren beeindruckt die Kirche vor allem durch ihre Größe. Sie besitzt 12 Seitenaltäre und einen mächtigen Hochaltar.

St. Magdalena

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St. Magdalena

Östlich der Gnadenkapelle liegt die barocke Kapuzinerkirche St. Magdalena. Ihre Entstehung ist verbunden mit dem Wirken der Jesuiten (bis 1773) in Altötting. 1591 waren sie zur Wallfahrtsseelsorge nach Altötting berufen worden. 1593 begannen sie mit dem Bau eines Klosters und einer kleinen Kirche. 1697 bis 1700 wurde von dem Jesuiten- Laienbruder Thomas Troyer aus Mittersill/Salzburg die heutige Kirche, ein Wandpfeiler-Bau im Stil des "Jesuitenbarock" erbaut. Besonders beachtenswert sind der üppige Stuck, dessen unbekannte Meister vermutlich aus Oberitalien stammten, die prachtvollen spätbarocken Seitenaltäre (1712/13) mit Gemälden des Münchener Hofmalers Johann Caspar Sing, und der Hochaltar (1795) mit einem Gemälde der hl. Magdalena unter dem Kreuz vom Münchener Hofmaler Chistian Winck.

Links neben der Magdalenakirche befindet sich der Kongregationssaal der Marianischen Männerkongregation, auch Weihesaal genannt. Gebaut in den Jahren 1696 bis 1697, als Ausweichkirche für den inzwischen zu klein gewordenen Vorgängerbau der heutigen Kirche St. Magdalena. Der Kongregationssaal gilt heute als der schönste Barockraum Altöttings. An der Außenfassade erinnern lebensgroße Statuen an die Besuche des hl. Papst Johannes Paul II am 18. und 19. November 1980 und Papst Benedikt XVI. im Jahr 2006. Eigentümer des Saales ist die Marianische Männerkongregation (kurz MC) Altötting, eine Vereinigung von rund 12.000 glaubenstreuer Männer, die 1563 in Rom von dem flämischen Jesuitenpater Jean Leunis gegründet wurde und in Altötting seit 1599 besteht.

St. Konrad

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St. Konrad

Zur Förderung der Wallfahrt nach dem 30-jährigen Krieg wurden 1654 die Franziskaner nach Altötting gerufen, die hier Kloster und Kirche erbauten, welche die hl. Mutter Anna zur Patronin
erhielten. In der Säkularisation wurden 1802 die Franziskaner vertrieben und ihnen folgten die Kapuziner nach. Unter König Ludwig I. erlebte der Orden einen glanzvollen Aufstieg. Durch ein beispielhaftes Leben der Frömmigkeit, Armut und der Demut reifte der Pförtnerbruder Konrad
von Parzham am Gnadenort zum Heiligen heran. Der Kirchenraum ist franziskanisch schlicht.
Von 2006 – 2008 wurde das Konrad-Kloster umfassend renoviert. Seit 2014 befindet sich im Kloster St. Konrad auch das Zentrum für Berufungspastoral der Deutschen Kapuzinerprovinz.
Ausstellungs- und Begegnungsräume von Bruder Konrad: ganzjährig von 8-18 Uhr.

Anbetungskirche Missionshaus Hl. Kreuz

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Missionshaus Hl. Kreuz

Vor über 100 Jahren kamen die ersten Lehrschwestern vom Heiligen Kreuz nach Altötting. 1900 wurde mit dem Bau des Kreszentiaheimes begonnen, das in den Jahren 1915/16 erweitert wurde und als Neubau eine Herz-Jesu-Anbetungskirche erhielt. Architekt der im Jugendstil erbauten und jetzt unter Denkmalschutz stehenden Kirche war Prof. Kurz aus Augsburg. Der Hauptaltar stammt vom Bildhauer Fanz Hoser und zeigt im Hauptrelief eine Darstellung des Herzens Jesu, umgeben von Engeln. Mit Einführung des Festes "Patrona Bavaria" am 6.5.1917 erhielt die Herz-Jesu-Kirche den ersten Altar (Seitenaltar, links) zu Ehren der Patronin Bayerns.

St. Josefs-Kirche der Englischen Fräulein (Congregatio Jesu)

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St. Josefs-Kirche

1721 gründeten die Schwestern der Englischen Fräulein das Kloster in Altötting. Die dem Hl. Josef geweihte Kirche, wurde von 1734 bis 1737 von Regierungs-Bau-Direktor Augustin Wiedemann und Pallier Josef Leberer gebaut.


Die Fresken und Altargemälde sind vermutlich von Innozenz Anton Waräthi aus Sterzing.
Vor allem im oberen Bereich entfaltet sich eine Pracht an Stuckzier, der sogenannten "Bandlwerk-Stuck". Zwei Engel rechts und links neben dem Tabernakel werden dem Passauer Rokoko-Bildhauer Josef Deutschmann zugeschrieben.

Mariae Heimsuchung in Unterholzhausen

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Mariae Heimsuchung

Vier Kilometer westlich der Stadt liegt im Inntal die gotische Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariae Heimsuchung im Stadtteil Unterholzhausen. Erstmals urkundlich erwähnt wird Holzhausen um 1130. Schon damals steht es in Verbindung mit dem Chorherrenstift Au am Inn. Der Bau der heutigen Kirche begann um 1460.


1470 wurde der einschiffige, dreijochige Bau vollendet und auf den Titel Mariae Heimsuchung geweiht. Die jüngste Renovierung der Kirche anlässlich ihres 500jährigen Bestehens hat dem schlichten gotischen Raum mit seinem Netzrippengewölbe die alte Schönheit wiedergegeben. Reich ist auch der figürliche Schmuck der Kirche mit Plastiken aus gotischer und barocker Zeit und der Replik einer gotischen Mariae-Heimsuchungsgruppe, die in unserer Zeit geschaffen wurde. Im Mittelpunkt des barocken Hochaltares steht das gotische Marienbildnis, das seit Jahrhunderten auch Wallfahrtsziel ist. Über die Ursprünge dieser Wallfahrt ist nichts überliefert. Ihre besondere Blüte hatte sie im 17. und 18. Jahrhundert.


Neben der Gnadenkapelle und dem Grab des Hl. Bruder Konrads ist die Kirche von Unterholzhausen die dritte Altöttinger Wallfahrtsstätte. Seit der letzten Gebietsreform ist Holzhausen mit der einstigen Gemeinde Raitenhart nach Altötting eingemeindet.

Die Anbetungskapelle in Altötting

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Anbetungskapelle

Papst Benedikt XVI. eröffnete bei seinem Besuch in Altötting die Anbetungskapelle in der ehemaligen Schatzkammer, dem lichten spätgotischen Raum, der an der Nordseite der Stiftskirche dem Kapellplatz zu angebaut ist.

Das Allerheiligste, in einer 1690 von König Josef I gestifteten vergoldeten Monstranz, ruht auf einem Originalstück der alten Münchner Mariensäule.

Franziskushaus Altötting

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Kirche des Franziskushaus

Die Franziskushauskirche gehört zur Anlage des Franziskushauses einer Einrichtung des Seraphischen Liebeswerkes an der Neuöttinger Straße 53, 5 Gehminuten vom Kapellplatz entfernt.

Sie wurde 1895 im neuromanischen Stil errichtet und 1966 erweitert, restauriert und vom Künstler Anton Rückel (1919 – 1990) umgestaltet und zeitgemäß ausgestattet.
Exerzitanten, Einkehrtagsteilnehmer, Gäste, sowie Pilger und Wallfahrer finden hier Ruhe, Entspannung und Vertiefung Ihres Glaubens.

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Kirche "Zum Guten Hirten"

Evang.-Luth. Gemeindezentrum "Zum Guten Hirten"

Gebaut im Jahr 1995, eingeweiht am 21. Januar 1996 durch Landesbischof Hermann von Loewenich und Kreisdekan Dr. Martin Bogdahn. Die Architektur des "Guten Hirten" ist ungewöhnlich und faszinierend: Die Bänke sind in Kreisform angeordnet - der Altar, von Martina Jetelova gestaltet, ist in diesen Kreis mit einbezogen. Sein "ungeschliffenes" Aussehen durchbricht die Fülle an klaren geometrischen Formen, die die Kirche prägen. Der Gottesdienstraum ist die Mitte des Gemeindezentrums. Ringsherum sind die Gemeinderäume.
 

 

St. Michael

Die spätgotische Friedhofskirche wurde 1469 konsekriert. Ein Vorgängerbau ist bereits 1383 urkundlich erwähnt. Da die Stadt Neuötting kirchenrechtlich bis zur Säkularisation (1803) der Altöttinger Stiftspfarrkirche zugeordnet war, wurden deren Bürger bis 1641 ausschließlich im Friedhof bei St. Michael bestattet. In der Kirche befinden sich zahlreiche Kostbarkeiten, sowie Rötelzeichnungen von frühen Jakobspilgern.

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St. Josef – Stadtpfarrkirche Altötting Süd

Die modernste katholische Kirche von Altötting wurde nach zweijähriger Bauzeit 1967 geweiht. Bemerkenswert sind der quadratische Grundriss von 30 x 30 Metern und die Innenhöhe von 18 Metern. Aufwändige Holzverkleidungen, farbige Glasfenster sowie das Kreuz an der Stirnseite verleihen der Kirche eine außergewöhnliche Atmosphäre. An die Pfarrkirche angeschlossen ist die Rupertikapelle.